Krebs-Zyklus

Der Krebs-Zyklus, auch als Citratzyklus oder Tricarbonsäurezyklus (TCA-Zyklus) bekannt, ist ein grundlegender metabolischer Weg, der eine kritische Rolle bei der zellulären Atmung und Energieproduktion in aeroben Organismen spielt. Er findet in der mitochondrialen Matrix statt und besteht aus acht enzymatischen Schritten, die Acetyl-CoA, das aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen stammt, zu Kohlendioxid (CO2) oxidieren, während hochenergetische Elektronen in Form von NADH und FADH2 eingefangen und eine kleine Menge ATP oder GTP direkt erzeugt wird.

Übersicht über den Krebs-Zyklus

Entdeckt von Hans Krebs im Jahr 1937, beginnt der Zyklus mit der Kondensation einer zweikohlenstoffigen Acetylgruppe aus Acetyl-CoA mit einem vierkohlenstoffigen Molekül Oxalacetat zur Bildung von Citrat, einer sechskohlenstoffigen Tricarbonsäure. Der Zyklus durchläuft dann eine Reihe chemischer Transformationen, die zur Regeneration von Oxalacetat führen und ihn zu einer geschlossenen Schleife machen. Durch diese Schritte werden energiereiche Elektronenträger NADH und FADH2 produziert, die anschließend Elektronen in die Atmungskette einspeisen, um die ATP-Synthese anzutreiben.

Detaillierte Schritte des Krebs-Zyklus

Schritt 1: Bildung von Citrat
Acetyl-CoA (2 Kohlenstoffe) kondensiert mit Oxalacetat (4 Kohlenstoffe) zur Bildung von Citrat (6 Kohlenstoffe) unter Freisetzung von Coenzym A (CoA-SH). Diese Reaktion wird vom Enzym Citrat-Synthase katalysiert.

Schritt 2: Umwandlung von Citrat zu Isocitrat
Citrat wird zu Isocitrat isomerisiert über das Zwischenprodukt cis-Akonitat. Das Enzym Akonitase fördert diese Umordnung.

Schritt 3: Oxidativer Decarboxylierung von Isocitrat
Isocitrat durchläuft eine oxidative Decarboxylierung, katalysiert von Isocitrat-Dehydrogenase, und bildet Alpha-Ketoglutarat (5 Kohlenstoffe). In diesem Schritt wird ein Molekül CO2 freigesetzt und NAD+ zu NADH reduziert.

Schritt 4: Bildung von Succinyl-CoA
Alpha-Ketoglutarat durchläuft eine weitere oxidative Decarboxylierung durch das Alpha-Ketoglutarat-Dehydrogenase-Komplex, was zu Succinyl-CoA (4 Kohlenstoffe), der Freisetzung von CO2 und der Reduktion von NAD+ zu NADH führt.

Schritt 5: Umwandlung von Succinyl-CoA zu Succinat
Succinyl-CoA wird von Succinyl-CoA-Synthetase zu Succinat umgewandelt, wobei gleichzeitig GTP (oder ATP) durch Substratniveau-Phosphorylierung produziert wird. Coenzym A wird ebenfalls freigesetzt.

Schritt 6: Oxidation von Succinat zu Fumarat
Succinat wird von Succinat-Dehydrogenase zu Fumarat oxidiert. Diese Reaktion reduziert FAD zu FADH2.

Schritt 7: Hydratation von Fumarat zu Malat
Fumarat wird vom Enzym Fumarase zu Malat hydratisiert.

Schritt 8: Oxidation von Malat zu Oxalacetat
Malat wird von Malat-Dehydrogenase zu Oxalacetat oxidiert, wobei NAD+ zu NADH reduziert wird und der Zyklus so abgeschlossen wird.

Zusammenfassung der Energieausbeute und Funktion

Jede Umdrehung des Krebs-Zyklus produziert 3 NADH, 1 FADH2, 1 GTP (oder ATP) und setzt 2 CO2-Moleküle als Abfall frei. Da ein Glukosemolekül zwei Acetyl-CoA-Moleküle produziert, finden zwei Zyklen pro Glukose statt, was die Ausbeute verdoppelt. Die produzierten NADH und FADH2 transportieren Elektronen in die Elektronentransportkette, wo die oxidative Phosphorylierung den Großteil des zellulären ATP erzeugt. Der Krebs-Zyklus ist nicht nur zentral für den Energiestoffwechsel, sondern liefert auch Vorläufer für verschiedene biosynthetische Wege und macht ihn zu einem Schlüsselmetabolischen Knotenpunkt in der Zelle.