Threose ist ein Tetrose-Monosaccharid mit der Summenformel C4H8O4 und gehört zur Familie der Aldosen, die durch das Vorhandensein einer Aldehydgruppe am endständigen Kohlenstoff gekennzeichnet sind. Strukturell enthält Threose vier Kohlenstoffatome, von denen zwei chirale Zentren sind, was zu Stereoisomeren führt, darunter D-Threose und L-Threose. Die stereochemische Konfiguration von D-Threose ist (2S,3R)-2,3,4-Trihydroxybutanal, während L-Threose der (2R,3S)-Konfiguration entspricht.

Threose ist ein farbloser bis leicht gelber Sirup, der sich gut in Wasser und geringfügig in Methanol löst. Sie zeigt optische Aktivität mit entgegengesetzten Drehwerten für ihre Enantiomere: D-Threose weist eine spezifische optische Drehung von etwa –12,9°, L-Threose von etwa +13,2° auf. In wässriger Lösung liegt das Molekül hauptsächlich im Gleichgewicht zwischen der linearen Aldehydform und hydratisierten cyclischen Formen vor. Zu den physikochemischen Eigenschaften gehören ein Schmelzpunkt von etwa 130 °C für D-Threose und 162–163 °C für L-Threose.
Biochemische und strukturelle Bedeutung
Biochemisch ist Threose als Vierkohlenstoffzucker vor allem in der synthetischen und präbiotischen Chemie von Bedeutung, weniger in klassischen Stoffwechselwegen. Ihr strukturelles Isomer Erythrose unterscheidet sich durch die Anordnung der Hydroxylgruppen und erfüllt andere biochemische Funktionen. Threose hat großes Interesse geweckt als Rückgratkomponente in Threose-Nukleinsäure (TNA), einem künstlichen genetischen Polymer, das als Modell für den Ursprung des Lebens untersucht wird, da es eine einfachere Struktur besitzt und dennoch genetische Information ähnlich wie DNA und RNA speichern kann.
Zusammenfassend ist Threose ein kleines, strukturell einfaches Aldose-Kohlenhydrat mit wichtigen stereochemischen Merkmalen und zunehmender Bedeutung in der synthetischen Biologie. Es existiert als zwei Enantiomere mit unterschiedlichen optischen Eigenschaften und dient vor allem als Molekül von Interesse in nicht-standardisierten genetischen Systemen, nicht im klassischen Stoffwechsel.

