Filterpapier bleibt ein Eckpfeiler der Laborfiltration in der Biochemie und Molekularbiologie und bietet eine kostengünstige Trennung von Partikeln, Niederschlägen und Biomolekülen basierend auf Porengröße und Durchflussrate.
Typen und Spezifikationen
Quantitative Filterpapiere (z. B. Whatman Grade 1-6) bestehen aus aschefreier (<0,01 %) Baumwollcellulose mit definierten Porendurchmessern (2,5-25 μm), während qualitative Sorten Geschwindigkeit vor Reinheit für Routinefiltrationen priorisieren. Ultrafilterpapiere, hergestellt durch Imprägnierung von Standardblättern mit 4 % Collodium (Nitrocellulose in Alkohol-Ether), werden mit Formaldehyd gehärtet, um die Poren auf 1-10 nm zu verkleinern und so die Trennung von Kolloiden aus echten Lösungen mittels druckunterstützter Ultrafiltration zu ermöglichen. Mittlere (10-20 μm), feine (2-8 μm) und ultrafine (<2 μm) Varianten unterstützen Schwerkraft-, Vakuum- oder Büchner-Trichter-Setups.
Biochemische Anwendungen
In Protein-Fällungsprozessen fängt Grade 1 (11 μm) TCA/Aceton-Pellets nach der Lyse auf und liefert saubere Überstände für die SDS-PAGE. Nukleinsäureprotokolle verwenden gehärtete aschefreie Papiere zum Waschen von Plasmid-DNA oder zur RNA-Reinigung von Polysacchariden. Membranbasierte Varianten (Nitrocellulose, 0,45 μm) klären Zelllysate vor dem Western Blotting oder der HPLC, während die Ultrafiltration in der Zellstoff- und Papierindustrie Weißwasser durch Zurückhaltung von Kolloiden recycelt (TOC-Entfernung >90 %).

