Cellotriose ist ein natürlich vorkommendes Oligosaccharid, das aus drei β-D-Glucose-Einheiten besteht, die sequentiell durch β-1,4-glykosidische Bindungen verknüpft sind. Seine chemische Struktur wird als β-D-Glucopyranosyl-(1→4)-β-D-Glucopyranosyl-(1→4)-D-Glucose beschrieben, wodurch es sich um eine Glucotriose handelt und einen wichtigen Baustein darstellt, der bei der Hydrolyse von Cellulose entsteht.
Struktur und Zusammensetzung
Cellotriose besteht aus drei Glucosemolekülen, die über β-1,4-Bindungen verknüpft sind, was charakteristisch für aus Cellulose abgeleitete Oligosaccharide ist. Seine Molekülformel lautet C18H32O16, was einem Molekulargewicht von etwa 504,4 g/mol entspricht. Die β-1,4-Bindungen verleihen Steifigkeit und Resistenz gegenüber enzymatischer Spaltung im Vergleich zu α-Bindungen, die typischerweise in Stärke vorkommen.
Biologische Rolle und Vorkommen
Cellotriose ist hauptsächlich als Hydrolyseprodukt von Cellulose bekannt und tritt häufig als Zwischenprodukt während des mikrobiellen Abbaus von Pflanzenbiomasse auf. Sie dient als Substrat oder metabolisches Zwischenprodukt in Bakterien, die Cellulose abbauen können, und trägt zum natürlichen Kohlenstoffkreislauf bei. In biotechnologischen Anwendungen steht sie im Mittelpunkt enzymatischer Studien mit Cellulasen und Glucanasen.
Anwendungen
Cellotriose wird häufig als Substrat in der Forschung zu cellulolytischen Enzymen und kohlenhydrataktiven Enzymen verwendet. Ihre Rolle bei der Biomasseumwandlung macht sie wertvoll für die nachhaltige Biokraftstoffproduktion und die Entwicklung von Bioraffinerien. Sie ermöglicht Forschern auch, Mechanismen der enzymatischen Cellulose-Depolymerisation zu klären und zu optimieren.
Zusammenfassend ist Cellotriose ein Trisaccharid-Glucan, das aus drei β-1,4-verknüpften Glucose-Einheiten besteht, als wichtiges Zwischenprodukt beim Cellulose-Abbau wirkt und erheblichen Wert in der enzymatischen Forschung zu Biomasseabbau und Biokraftstoffproduktion bietet.

